Wie hat sich ein Jahr Pandemie auf die berufliche Aus- und Weiterbildung ausgewirkt? Die Antwort auf diese Frage nimmt im diesjährigen Berufsbildungsbericht erwartungsgemäß einen großen Raum ein. Das Bundesbildungsministerium fokussiert mit dem Bericht die Entwicklung in der beruflichen Bildung, um jedes Jahr Mitte Mai der Bundesregierung Bericht zu erstatten.

Wie es im Vorwort der Bundesministerin für Bildung und Forschung Anja Karliczek lautet, haben Distanzunterricht, verschobene Prüfungen, ausgefallene Betriebspraktika und abgesagte Ausbildungsmessen Betriebe und Auszubildende vor ungewohnten Herausforderungen gestellt. Auch sei die Zahl der neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge im dualen System zum ersten Mal seit 1992 auf unter 500.000 gesunken. Der Rückgang des Ausbildungsmarkts könnte das Problem des Fachkräftenachwuchs verschlimmern, zumal die Pandemie Effekte des demographischen Wandels verstärkt hat, die schon länger bestehen:

„So verbleiben junge Menschen länger im Schulsystem, um einen höheren Schulabschluss zu erwerben, oder sie entscheiden sich für eine schulische Berufsausbildung. Denn auch hier herrscht großer Bedarf: Gerade die Pandemie hat uns die Bedeutsamkeit der Berufe im Gesundheits-, Erziehungs- und Sozialwesen, die häufig über eine schulische Ausbildung erlernt werden, noch einmal eindrücklich aufgezeigt.“

Andererseits ist das duale Ausbildungssystem ein erfolgreiches Modell, um das viele Länder Deutschland beneiden und jedenfalls weiterhin gefördert werden sollte, u.a. mit dem Bundesprogramm „Ausbildungsplätze sichern“, mit dem potenzielle Auszubildende bei der beruflichen Orientierung und Betriebe bei der Besetzung noch offener Ausbildungsstellen unterstützt werden. Die Umstände im vergangenen Jahr haben aber innovativen Ideen und dem technologischen Fortschritt einen großen Schub verliehen. Sie haben auch die Notwendigkeit gezeigt, die berufliche Bildung fit für die zentralen Zukunftsthemen Digitalisierung und Nachhaltigkeit zu machen. Die Bundesregierung möchte mit der Initiative „Digitale Bildung“ und dem Innovationswettbewerb „INVITE“ den eingeschlagenen Weg fortsetzen. Die deutsche EU-Ratspräsidentschaft im zweiten  Halbjahr des Berichtszeitraums  konnte wichtige Impulse für die Modernisierung und Intensivierung der europäischen  Berufsbildungspolitik geben, mit Vereinbarungen zur Stärkung der höheren bzw. höherqualifizierenden Berufsbildung sowie mit Fortschritten bei der Durchlässigkeit zwischen akademischer und beruflicher Bildung.

Zum Berufsbildungsbericht 2021:  https://www.bmbf.de/de/berufsbildungsbericht-2740.html

Das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) hat die gesetzliche Aufgabe, die Bundesregierung in grundsätzlichen Fragen der Berufsbildung zu beraten. Der Hauptausschuss veröffentlich jedes Jahr eine Stellungnahme zum Berufsbildungsbericht. In der aktuellen Stellungnahme schildert das BIBB, welche Schwierigkeiten den Ausbildungsmarkt belastet haben und welche Faktoren wiederum zur Resilienz des Ausbildungssystems beigetragen haben: vor allem das Ausbildungspersonal, das „durch  sein großes  Engagement  dazu  beigetragen  hat,  die  Folgen  der Pandemie in den Ausbildungsbetrieben zu bewältigen“.

Zur Stellungnahme des BIBB-Hauptausschusses zum Berufsbildungsbericht 2021: https://www.bibb.de/dokumente/pdf/stellungnahmezumbbb2021.pdf

„Digitalisierte Arbeitswelt“, „Umweltschutz und Nachhaltigkeit“, „Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit“ sowie „Organisation des Ausbildungsbetriebes, Berufsbildung, Arbeits- und Tarifrecht“ – so lauten die vier modernisierten sogenannten Standardberufsbildpositionen, die ab August 2021 in allen neu geregelten Ausbildungsberufen des dualen Systems verpflichtend aufgenommen werden. Für alle vor 2021 nach Berufsbildungsgesetz beziehungsweise Handwerksordnung geregelten dualen Ausbildungsberufe haben die neuen Standards Empfehlungscharakter.

Die für alle Ausbildungsberufe identisch formulierten Inhalte sollen sicherstellen, dass Auszubildende künftig berufsübergreifend innerhalb einer modernen und zukunftsgewandten Ausbildung Kompetenzen erwerben können, die sie als angehende Fachkräfte von morgen in einer sich verändernden Arbeitswelt benötigen, um dauerhaft beschäftigungsfähig zu sein.


Quelle: Pressemitteilung - Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB): https://nachrichten.idw-online.de/2021/02/11/moderne-berufsbildungsstandards-fuer-alle-ausbildungsberufe-digitalisierung-und-nachhaltigkeit-werden-pflichtprogramm/?groupcolor=5

Weitere Informationen unter https://www.bibb.de/de/134898.php

 

Der Europäische Sozialfonds (ESF) wird auch künftig als "ESF Plus" wichtigstes Finanzierungs- und damit auch Förderinstrument der EU für Investitionen in Menschen sein.

Inhaltlich soll der ESF Plus insbesondere

  • die Verbesserung des Zugangs zu Beschäftigung, allgemeine und berufliche Bildung,
  • aktive Inklusion,
  • die sozioökonomische Integration von Drittstaatsangehörigen,
  • den gleichberechtigten Zugang zu hochwertigen Sozialschutzsystemen,
  • die soziale Integration von Benachteiligten und
  • materielle Basisunterstützung für die am stärksten benachteiligten Personen

fördern.

Quelle und weitere Informationen: https://www.esf.de/portal/DE/Foerderperiode-2021-2027/foerderperiode-2021-2027.html

Europäische Kommission stellt Aktionsplan für digitale Bildung (2021-2027) vor

Mit dem Aktionsplan für digitale Bildung (2021-2027) stellt die Europäische Kommission ihre Vision einer hochwertigen, inklusiven und zugänglichen digitalen Bildung in Europa vor.  Voraussetzung dafür ist eine stärkere Zusammenarbeit auf europäischer Ebene, um

  • aus der COVID-19-Krise zu lernen, die die Rolle der Technologie in der allgemeinen und beruflichen Bildung neu definiert hat
  • die Systeme der allgemeinen und beruflichen Bildung an das digitale Zeitalter anzupassen.

Die zwei strategischen Prioritäten des neuen Aktionsplans sind die Förderung der Entwicklung eines leistungsfähigen digitalen Bildungsökosystems und der Ausbau digitaler Kompetenzen und Fertigkeiten für den digitalen Wandel.

(zum Artikel)

 

 

Bis 2030 sollen alle Menschen Zugang zu inklusiver, chancengerechter und hochwertiger Bildung erhalten. Dazu hat sich die Weltgemeinschaft bei der Verabschiedung der Globalen Nachhaltigkeitsagenda verpflichtet. Die UNESCO koordiniert die Umsetzung dieses Ziels, evaluiert die Fortschritte und veröffentlicht jährlich den Weltbildungsbericht. Der diesjährige Bericht, von dem auch eine Kurzfassung auf Deutsch vorliegt, stellt fest, dass über eine viertel Milliarde Kinder und Jugendliche keinen oder einen beschränkten Zugang zu Bildung hat. Die Gründe: Armut, Herkunft, Identität, sexuelle Orientierung oder eine Behinderung. Kinder, die vom Bildungssystem ausgegrenzt sind, sind von den Folgen der COVID-19-Pandemie besonders betroffen. Selbst wenn die Weltgemeinschaft noch einen weiten Weg vor sich hat, zeigt der Bericht auch viele Beispiele, die zeigen, wie Inklusion gelingen kann. Eine besondere Bedeutung kommt dabei den Lehrkräften zu…  

weiterlesen: BMZ - Presse - aktuelle Meldungen


„Bildung in Deutschland“ ist ein indikatorengestützter Bericht, der das deutsche Bildungswesen als Ganzes abbildet und von der frühkindlichen Bildung, Betreuung und Erziehung bis zur Weiterbildung im Erwachsenenalter reicht.

Die Erarbeitung des Berichts wird von der Ständigen Konferenz der Kultusminister der Länder in der Bundesrepublik Deutschland (KMK) und dem Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert.

Quelle und zur Onlineversion des Bildungsberichts 2020: https://www.bildungsbericht.de/de


Der OECD-Bericht „Going Digital: Den digitalen Wandel gestalten, das Leben verbessern" geht auf verschiedene Aspekte ein, bei denen die Regierungen ansetzen können, um den digitalen Wandel zu gestalten und das Leben zu verbessern.

Digitale Technologien und Daten verändern unser Lebensumfeld. Menschen, Unternehmen und staatliche Stellen agieren, kommunizieren und operieren heute anders als in der Vergangenheit – und diese Veränderungen beschleunigen sich zusehends. Wie können wir das gewaltige Potenzial ausschöpfen, das digitale Technologien und Daten zur Steigerung von Wachstum und Lebensqualität in einer sich rasch wandelnden Welt bieten?

In sieben verschiedenen Wirkungsbereichen - 1. Zugang, 2. Nutzung, 3. Innovation, 4. Arbeitsplätze, 5. sozialer Wohlstand, 6. Vertrauen und 7. offene Märkte - zeigt der Bericht Chancen, Herausforderungen und Handlungsoptionen auf. Außerdem liefert er neue Erkenntnisse, Daten und Analysen sowie Empfehlungen für eine bessere Politik im digitalen Zeitalter.

Quelle:

 OECD (2020), Going Digital: Den digitalen Wandel gestalten, das Leben verbessern, OECD Publishing, Paris, https://doi.org/10.1787/e78eb379-de.

In Berlin befassen sich viele Projekte im Rahmen verschiedener Förderprogramme mit der digitalen Transformation und ihren Folgen für Berufsbildung und Arbeitsorganisation. Sie entwickeln und setzen innovative Methoden um, um diesen Veränderungen gerecht zu werden. Innovationen müssen zugänglich gemacht werden, damit Regionen und Branchen von den Erfahrungen und Erkenntnissen dieser Modellprojekte profitieren können, auch über das Ende der Projektlaufzeit hinaus.

Instrumente der internationalen Kooperation wie Netzwerke und Partnerschaften fördern den europaweiten Austausch von Ideen und Erfahrungen.Mit der EU-Städteagenda sollen die Wachstumspotenziale der Städte optimal genutzt und gesellschaftliche Aufgaben effektiver bearbeitet werden. Städte werden durch die Bildung von Partnerschaften zwischen der EU-Kommission, EU-Organisationen, nationalen Regierungen, lokalen Behörden und Interessenträgern sowie Nichtregierungsorganisationen bei der Bewältigung ihrer Herausforderungen unterstützt. Die Senatsverwaltung für Integration, Arbeit und Soziales ist deshalb Mitglied der Partnerschaft Jobs and Skills – einer von vierzehn thematischen Partnerschaften der EU-Städteagenda. Die Mitarbeit in der Partnerschaft erfolgt insbesondere bei den Themen digitale Kompetenzen für Arbeit 4.0, Inklusion sowie Arbeitsmarktintegration. Die Berliner Ansätze und Erfahrungen fließen auch in den Aktionsplan der Partnerschaft ein. Eurocities ist ein weiteres europäisches Netzwerk, an dem die Stadt Berlin beteiligt ist, mit dem Ziel, städtepolitische Belange im Bereich der Beschäftigungs- und Berufsbildungspolitik nachdrücklich gegenüber der Europäischen Kommission zu vertreten. Die Senatsverwaltung für Integration, Arbeit und Soziales ist zudem Mitglied im Economic Development Forum (EDF), dessen Ziel ist es, einen Erfahrungsaustausch der europäischen Städte im Bereich der Beschäftigungs- und Berufsbildungspolitik zu ermöglichen. Zu diesem Zweck werden internationale Konferenzen durchgeführt, um Ziele und Rahmenbedingungen europäischer Beschäftigungs- und Berufsbildungspolitik, aktuelle Fragen von demografischer Entwicklung, Migration und Mobilität zu diskutieren und international zu vergleichen.

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