Der EQUAL PAY DAY 2015

Knapp 22 % verdienen Frauen durchschnittlich weniger als Männer. Statistisch gesehen müssten sie daher 79 Tage (21,6 % von 365 Tagen) im Jahr nicht arbeiten, um die Gleichheit wieder herzustellen. Als Datum für den diesjährigen EPD in Deutschland ergibt sich daraus der 20. März 2015 (für ganz Europa war es bereits der 17. Februar). Schwerpunktthema des diesjährigen Equal Pay Days ist Transparenz.

Die Gehälter in typischen Frauenberufen (z.B. in der Pflege) sind in der Regel deutlich geringer als die in klassichen Männerberufen. Doch auch in der gleichen Position verdienen Frauen im Schnitt zwischen sieben und acht Prozent weniger als Männer. Entscheiden sich Frauen, eine Familie zu gründen, trägt dies häufig dazu bei, dass sich Gehaltsunterschiede verfestigen. Ein Teufelskreis, wie Familienministerin Manuela Schwesig zum Auftakt der diesjährigen Kampagne betontebetonte: Da Frauen oft diejenigen sind, die schlechter verdienen, setzen sie länger aus, um sich um die Kinder zu kümmern – wodurch sie auf der Karriereleiter stehen bleiben und sich die Gehaltsunterschiede weiter verstärken. Dies könnte erklären, warum der Gehaltsunterschied bei den 30-34-Jährigen 13% beträgt, bei der Altersgruppe der 40-44-Jährigen aber schon 26%. Bei der Rente fallen die Unterschiede mit 59,6 Prozent noch viel gravierender aus. Dabei ist die Gender Pension Gap im Osten mit 36,7 Prozent niedriger als im Westen (63,4 Prozent).

Um diesen Teufelskreis zu durchbrechen, müssen Bewertungsverfahren und Vergütungsstrukturen in Unternehmen transparent sein. „Über Geld spricht man nicht", aber nur wenn jeder weiß, was die anderen verdienen, müssen Arbeitgeber die Gehaltsunterschiede begründen – was Frauen eine gerechte Verhandlungsgrundlage für ihre Gehaltsforderungen gibt (siehe Pressemitteilung des EPD auf www.equalpayday.de).

Ein Entgeltgleichheitsgesetz soll die gesetzliche Grundlage für eine solche Offenlegung schaffen und zunächst für Unternehmen ab 500 MitarbeiterInnen gelten. Laut Schwesig profitieren nicht nur Frauen, sondern auch Unternehmen von der größeren Transparenz, da sie so ihre Wettbewerbsfähigkeit steigern können. Die Förderung von Chancengleichheit im Unternehmen sei ein Mittel zur Fachkräftegewinnung und -bindung, indem sich die Wertschätzung und Identifizierung mit dem Unternehmen erhöhen und damit die Arbeitgeberattraktivität steigt. Einen entsprechenden Entwurf will Manuela Schwesig noch dieses Jahr vorlegen. In Österreich gibt es ein solches Gesetz bereits. Welche Erfahrungen damit gemacht wurden schildert Ingrid Moritz, Leiterin der Abteilung Frauen-Familie in der Arbeiterkammer Wien, in ihrer Keynote zum Auftakt des EPD am 5. November 2014.

Eine Übersicht über alle am EPD geplanten Aktionen gibt es hier. In Berlin und verschiedenen anderen deutschen Städten können Frauen am 20. März in teilnehmenden Läden 22% billiger einkaufen und mit roten Taschen auf die roten Zahlen im Portemonnaie aufmerksam machen (siehe http://www.23-prozent.de).

 

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