Ikö-Interkulturelle Öffnung der Altenpflege
Innovatives Konzept des Diakonisches Werkes Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz e.V., das im Rahmen der EQUAL-EP ‚QIA – Qualifizierung in Interkulturelle Arbeit’ (siehe auch  http://www.qia-berlin.de ) entstand.
Dort sind u.a. auch folgende Konzepte entwickelt und erprobt worden:

  • ein Qualifizierungskurs „Interkulturelle Pflegehelferin“ (Link zum Produkt-Steckbrief!)
  • neue Berufe für Migrant/innen als Gemeindedolmetscher
  • ein Konzept des Mentoring für Migrant/innen (Link zum Produkt-Steckbrief !)
Ansatz und Angebote des Teilprojekts ‘Ikö – Interkulturelle Öffnung der Altenpflege’:

Die Angebote der Wohlfahrtsverbände werden in zunehmendem Maße von Menschen aus unterschiedlichen Kulturen genutzt. Darauf sind die Einrichtungen nicht immer ausreichend vorbereitet. Deshalb war es das Ziel dieses Projektes, Prozesse interkultureller Öffnung in Betreuungs- und Ausbildungseinrichtungen der Diakonie in den Bereichen Altenhilfe/Pflege anzustoßen. Dadurch sollten die Träger und Dienste der Diakonie vorbereitet werden, bedarfsgerechter auf die Belange von Migrant/innen und Migranten einzugehen. Durch Organisationsberatung der Einrichtungen und Träger sowie interkulturelle Qualifizierung der Mitarbeiter/innen sollten Zugangsbarrieren für Migranten/innen abgebaut werden. Zudem sollte Jugendlichen und jungen Erwachsenen mit Migrationshintergrund der Zugang zur Ausbildung in der Altenpflege/Behindertenhilfe erleichtert werden.

Beispiele:

Interkulturelle Orientierung im Konzept und Leitbild von Einrichtungen:

d.h. z. B. Signalisierung der Offenheit gegenüber allen Weltanschauungen, Religionen und Kulturen bzw. die interkulturelle Orientierung explizit in das Leitbild aufzunehmen.

Eine Beratungsstelle für ältere Bürger/innen und deren Angehörige hat folgendes Leitbild entworfen: „ Die Klienten/innen stehen im Mittelpunkt unseres Handelns. Nach dem Prinzip der Ganzheitlichkeit berücksichtigen wir dabei die individuelle Lebensweise, die aktuellen Lebensbedingungen, die persönlichen und finanziellen Ressourcen und die Möglichkeiten zur Hilfe durch Angehörige. Wir respektieren ihre individuellen Wünsche und Vorstellungen und sind offen gegenüber allen Religionen, Weltanschauungen und Kulturen. … Wir fördern die interkulturelle Öffnung unserer Einrichtung und haben das Ziel, insbesondere auch hier alt gewordene Migranten/innen das Gesundheits- und Sozialleistungssystem nahe zu bringen und sie zu motivieren, Hilfe- und Dienstleistungen bei Bedarf in Anspruch zu nehmen.“

Interkulturelle Ausrichtung des Qualitätsmanagements:

Ebenso gilt für das Qualitätsmanagement, interkulturelle Orientierung als Querschnittszielfestzuschreiben. Es geht nicht darum, einen „Qualitätsstandard für Migranten“ zu entwickeln, sondern alle Standards bzw. Richtlinien der Organisation/Einrichtungen zu überprüfen, ob sie die Bedürfnisse von Migranten/innen berücksichtigen und sie entsprechend als festen Bestandteil des Qualitätsmanagements zu verankern. Die Qualitätsstandards können z.B. im Rahmen von Mitarbeiterfortbildungen oder Qualitätszirkeln überarbeitet werden. 

Entwicklung zielgruppenorientierter Angebote:

In Pflegeeinrichtungen bietet es sich an, Feste gemeinsam interreligiös zu feiern (z.B. gemeinsames Fastenbrechen im Monat Ramadan, gemeinsames Feiern von Weihnachten und Ostern). Darüber hinaus sollte auch das Essensangebot die Bedürfnisse unterschiedlicher Glaubensrichtungen berücksichtigen. Wichtig ist es auch, Räumlichkeiten zum Beten für Angehörige unterschiedlicher Glaubenszugehörigkeiten anzubieten. 

Fortbildungen für die Beschäftigten:

Ein wichtiger Bestandteil interkultureller Öffnungsprozesse sind Fortbildungen für Mitarbeiter/innen und Leitungen zur Förderung interkultureller Kompetenz.

Ausführlichere Informationen sind zu finden in folgenden Fachveröffentlichungen unter www.diakonie-portal.de

1. „ETHNICITY – Zwei Modelle für eine Welt im Wandel: Empfehlungen zur Einführung von Diversity Management und interkulturelle Öffnung“ (www.diversitycare.at )
2. Dokumentation der Fachtagung „Qualität und Innovation im Gesundheitswesen sichern – berufliche Integration von Migranten /innen fördern!“
3. Dokumentation der Fachtagung „Interkulturelle Öffnung in öffentlichen Verwaltungen und Wohlfahrtsverbänden“ vom 22.-23.11.2007 in Bad Boll
4. „Praxisbeispiel der EQUAL-EP „Qualifizierung für Interkulturelle Arbeit QiA“, Interkulturelle Öffnung der Altenhilfe/Pflege in Betreuungs- und Ausbildungseinrichtungen der Diakonie“, Monika Wagner, Diakonisches Werk Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz e.V. , In: ZWH (Hrsg.), (2007): „informieren, motivieren, integrieren – Dokumentation der EQUAL-Kampagne „Vielfalt ist Gewinn“, Bonn.

Perspektiven:

Die Aktivitäten zur interkulturellen Öffnung der Altenpflege werden innerhalb des DWBO weitergeführt und erweitert. In Zusammenarbeit mit der Senatsverwaltung für Integration und Soziales entstand das Projekt „Organisationsentwicklung zu interkulturellen Öffnung“, durch das  Einrichtungen und Träger der Wohnungslosenhilfe/soziale Dienste in interkulturellen Öffnungsprozessen begleitet werden und durch Mittel des Europäischen Sozialfonds (ESF) unterstützt wird. Eine Ausdehnung der Aktivitäten auf das Land Brandenburg ist geplant.

Kontakt:

Diakonisches Werk Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz e.V. (DWBO)

Kontakt: 
Monika Wagner
Paulsenstr. 55-56
12136 Berlin
Tel.: 030/82097-252
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