Corporate Social Responsibility (CSR) in Berliner KMU

---ABGESCHLOSSENES PROJEKT---

Das von der  TÜV Rheinland Akademie GmbH in Berlin zusammen mit der outermedia GmbH durchgeführte Projekt zielte auf die Einbindung von Corporate Social Responsibility (CSR) in die Unternehmensstrategie von kleinen und mittleren Unternehmen ab. Die Übernahme von gesellschaftlicher Verantwortung hat kontinuierlich an Bedeutung gewonnen und wird auch bereits von einer großen Mehrzahl der Unternehmen praktiziert. Unternehmen aufzuzeigen, wie sie ihr Engagement auch als wirtschaftliches Kalkül in ihrer Geschäftsstrategie systematisch nutzbar machen können, war Kernziel des Projekts.

Projektzeitraum: Januar 2008 bis Februar 2010


Corporate Social Responsibility (CSR): Gesellschaftliche Verantwortung von Unternehmen ist ein europaweit diskutiertes Thema. Unternehmen, die nach dem CSR-Konzept arbeiten, integrieren soziale Belange und Umweltbelange in ihre Unternehmenstätigkeit und investieren in Humankapital, in die Umwelt und in die Beziehungen zu allen Gruppen, die von der Tätigkeit des Unternehmens beeinflusst werden.

CSR nutzt nicht allein der Gesellschaft – auch den Unternehmen selbst erwachsen aus einer gezielten Einbindung von CSR in die Geschäftsstrategie vielfältige Vorteile. CSR steigert z. B. die  Attraktivität der Unternehmen für qualifizierte Fachkräfte, unterstützt die Erschließung neuer Märkte oder hilft dabei, Nischen in bestehenden Märkten zu entdecken, fördert die Motivation der Mitarbeiter/innen, bindet Kunden, verbessert die Bonität und die Beziehungen zu Verwaltungen und Behörden und verringert unternehmerische Risiken.

Bei kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) ist CSR und das damit bezeichnete Konzept oft noch nicht ausreichend bekannt. Berliner KMU machen hier keine Ausnahme: Wie eine Studie zeigt, engagieren sich zwar sehr viele in der Übernahme gesellschaftlicher Verantwortung, doch mit CSR wird dies nicht verbunden. Das heißt: Selbst Unternehmen, die viele Einzelmaßnahmen durchführen (z. B. Engagement für soziale, kulturelle oder ökologische Belange, Mitarbeiterbeteiligung,  Beachtung ethischer und ökologischer Prinzipien bei der Produktion oder in der Zusammenarbeit mit Zulieferern), verbinden ihr Engagement überwiegend nicht mit einer Unternehmensstrategie.

Finanziert wurde das Projekt von Januar 2008 bis Februar 2010 aus Mitteln der Senatsverwaltung für Integration, Arbeit und Soziales und dem Europäischen Sozialfonds (ESF) sowie Eigenmitteln der teilnehmenden Unternehmen.


Dem Projekt voraus ging eine ebenfalls durch den Berliner Senat und den ESF geförderte Studie zum Umsetzungsstand von CSR in Berliner KMU. Die Ergebnisse der Studie waren der Ausgangspunkt für das 2008 gestartete 2-jährige Pilotprojekt „Corporate Social Responsibility (CSR) in Berliner KMU”. Ziel des Projekts war es, ausgewählte Berliner KMU darin zu unterstützen, ihr Nachhaltigkeitsengagement zu systematisieren, zu professionalisieren und geschäftsstrategisch im Kerngeschäft zu verankern. Der Fokus lag dabei auf der Gestaltung einer nachhaltigen Wertschöpfungskette, verbunden mit der Erschließung neuer Zielmärkte und Kundengruppen unter Nachhaltigkeitskriterien.


 ►Studie „Corporate Social Responsibility (CSR) bei kleinen und mittelständischen Unternehmen in Berlin – Eine Studie der TÜV Rheinland Bildung und Consulting GmbH in Kooperation mit der outermedia GmbH“
Dem 2008 gestarteten Projekt voraus ging eine 2007 ebenfalls im Auftrag der Berliner Senatsverwaltung für Wirtschaft, Technologie und Soziales durchgeführte Studie zu CSR in Berliner KMU: Ausgewertet wur-den die Antworten von 210 online befragten Berliner KMU. Gefragt wurde, wie und in welchen Bereichen diese gesellschaftliche Verantwortung übernahmen, welche Instrumente sie für ihr Engagement nutzten, welche Motive sie bewegten und wie sie das Engagement organisierten, kommunizierten und kontrollierten. Ergänzt wurde die Online-Befragung durch vertiefende Interviews mit 54 KMU und zehn Großunternehmen, die Einblicke in den Unternehmensalltag gewährten und Best-Practice-Beispiele erkennbar machten. Die Studie wurde von der TÜV Rheinland Bildung und Consulting GmbH und der outermedia GmbH durchgeführt und gefördert vom Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) sowie aus Landesmitteln.


Individuelle Beratung und Begleitung der teilnehmenden Berliner KMU bei der Entwicklung und Umsetzung einer CSR-Strategie im Kerngeschäft.
Die zwölf am Projekt teilnehmenden Unternehmen wurden mithilfe eines nicht-standardisierten Ansatzes in der Entwicklung und Implementierung einer umfassenden CSR-Strategie begleitet. Die Akquise der Unternehmen erfolgte über Netzwerke und bestehende Kontakte, u.a. durch die im Vorfeld durchgeführte Studie . Außerdem wurden Unternehmen ermittelt, die bereits in Zusammenhang mit Nachhaltigkeitsaktivitäten in Erscheinung getreten waren, z. B. durch Preise oder Vorträge. Nach einer Bestandsaufnahme, die in der Regel eine Stakeholder- und SWOT-Analyse enthielt, wurde in verschiedenen Beratungsrunden zunächst mit der Geschäftsleitung und anschließend mit einzelnen oder auch einem breiteren Kreis von Mitarbeitern die Zielsetzung und Maßnahmenplanung erarbeitet. Zur Einbindung möglichst vieler Mitarbeiter/innen erfolgte der Beratungsprozess häufig auch in Form von Workshops (s. unten). Die Begleitung und Beratung der Unternehmen erfolgte jeweils durch eine beratende Person pro Unternehmen.

Die umzusetzenden CSR-Aktivitäten und Qualifizierungsleistungen wurden innerhalb des folgenden Spektrums sieben geschäftsbezogener Handlungsfelder ermittelt:

•    Nachhaltige Produkte, Innovation, Forschung und Entwicklung (FuE)
•    Märkte und Nachhaltige Wertschöpfungskette
•    Umwelt/ Nachhaltiges Umweltmanagement
•    Nachhaltige Beschäftigung und Personalentwicklung
•    Corporate Governance und Compliance
•    Nachhaltige Finanzen und Risikomanagement
•    Corporate Citizenship (Gesellschaftliches Umfeld)

Umsetzungsbeispiele aus den Unternehmen umfassten:

  • Nachhaltigkeitsaspekte wurden in die Produkte und Leistungen der Unternehmen integriert, das Produktportfolio um nachhaltige Produkte ergänzt und es wurde begonnen, neue nachhaltige  Geschäftsfelder zu erschließen.
  • Es wurden Nachhaltigkeits- und Umwelterklärungen (Einkaufsleitfäden und -richtlinien bzw. ein Code of Conduct für nachhaltigen Einkauf und Geschäftsreisen) entwickelt;  die Umwelterklärung eines teilnehmenden Unternehmens wurde vom Rat für nachhaltige Entwicklung prämiert.
  • Corporate Governance: Compliance und Antikorruptionsaktivitäten in Zusammen-arbeit mit Transparency International
  • Kommunikation und Marketing: Definition und Verbreitung CSR-basierter Verkaufsargumente
  • Aktivitäten zu geschäftsbezogener Qualifizierung und zur CSR-Sensibilisierung und Schulung der Belegschaft
  • Corporate Citizenship-Aktivitäten


►Veranstaltungen im Rahmen des Projekts:

- Workshops zu einzelnen CSR-Handlungsfeldern und zum Erfahrungsaustausch für die am  Projekt beteiligten Unternehmen und die interessierte Öffentlichkeit zu den Themen:

  • „Compliance und Anti-Korruption in KMU“ (öffentlich)
  • „CSR-Innovationsmanagement in KMU“
  • „Umwelt und Nachhaltigkeit“ (öffentlich)
  • „CSR in der Wertschöpfungskette“
  • „Nachhaltiges Wirtschaften und ästhetische Kompetenz: CSR-Dialog zwischen Kunst, Kultur und Wirtschaft“ (öffentlich)
  • „Unternehmen und Stakeholder: Beziehungen – Interessen – Gestaltung“
  • „Motivation und Integration, Gewinnung und Bindung von Mitarbeiter/innen“
  • „Gemeinsam erfolgreich: CSR-Kooperationen auf dem Prüfstand (öffentlich)

- Fachtagung „Intelligent – nachhaltig – wettbewerbsfähig: Corporate Social Responsibility im Mittelstand“ zum Abschluss des Projekts im November 2009 in Berlin.


Entwicklung verschiedener Umsetzungshilfen für die Praxis
Teil des Projekts war außerdem die Entwicklung und  Programmierung verschiedener Tools, die insbesondere kleine und mittlere Unternehmen bei der Umsetzung einer CSR-Strategie unterstützen können. Diese sind:

  • das Online Tool Sustainability Manager,
  • eine E-Learning Anwendung,
  • das Excel-basierte Tool „CSR Scorecard“.


Für mehr Informationen zu diesen Umsetzungshilfen, siehe Ergebnisse unten.

Praxishandbuch CSR für den Mittelstand.

Im Ergebnishandbuch wurden die Best Practice-Erfahrungen des Projekts für andere interessierte Unternehmen zusammengefasst (mehr hierzu s. Projektergebnisse).


Das Projekt wurde durch das das Institut für Ökologische Wirtschaftsforschung Berlin wissenschaftlich begleitet und evaluiert. Darüber hinaus kam es im Rahmen von Workshops, aber auch darüber hinaus zum gegenseitigen Austausch mit der Hochschule für Wirtschaft und Recht, der Universität der Künste, dem Kulturkreis der deutschen Wirtschaft, dem Öko-Institut, Transparency International, NGOs (pro Honore Hamburg, BildungsCent e.V. u.a.) und größeren Unternehmen (u.a. GASAG, BSR).


Hier geht es zu den Ergebnissen dieses Projekts sowie des Nachfolgerprojekts „Nachhaltiger Business Travel in Berlin“. Im Ergebnisporträt werden die nutzbaren Ergebnisse (Leitfäden, Handbücher, Online-Tools) sowie die Erkenntnisse und Empfehlungen aus den Projekten aufgeführt.


 

TÜV Rheinland Akademie GmbH
Bessemerstr. 22
12103 Berlin
http://www.tuv.com/nachhaltigkeitsmanagement

Projektwebsite: http://www.tuv.com/de/deutschland/pk/weiterbildung/csr_berliner_mittelstand.jsp
Dr. Carmen Boltz, Telefon: +49 (0)30 7562 3650, Fax: +49 (0)30 7563 3899
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