Aus- und Weiterbildung für die industrielle Beschäftigungssicherung in Berlin

---ABGESCHLOSSENES PROJEKT---

Ziel des Projekts war es, gemeinsam mit Unternehmen zukünftige Qualifzierungsinhalte zu ermitteln, diese passgenau auf die Mitarbeiter abzustimmen und aus den einzelnen Maßnahmen ein nachhaltiges Qualifizierungskonzept zu entwickeln.

Projektträger: Wert.Arbeit GmbH

Projektzeitraum: 2009-2010

 


Europa: Wachsender globaler Wettbewerb, Fachkräftemangel, ein hoher Anteil gering qualifizierter Arbeitskräfte und die Alterung der Gesellschaft sind Herausforderungen, denen alle europäischen Länder durch innovative Konzepte insbesondere in der beruflichen Aus- und Weiterbildung begegnet müssen, um ihre Bürger auf die Gesellschaft von heute in einem Europa von morgen vorzubereiten. Lebenslanges Lernen und die Erhöhung der Beteiligung Erwachsener daran ist daher eine der zentralen Herausforderung, der sich Unternehmen und Beschäftigte stellen müssen. Dies gilt auch für Berlin: Die gemeinsame Fachkräftestudie für Berlin und Brandenburg prognostiziert, dass in der Region bis zum Jahr 2030 voraussichtlich mit einem ungedecketen Fachkräftebedarf von bis zu 460.000 Arbeitsplätzen zu rechnen sein wird, wenn keine Maßnahmen ergriffen werden. Zu den in der Studie empfohlenen Maßnahmen gehört zentral auch die Steigerung der betrieblichen Weiterbildung. Dieser kommt eine Schlüsselrolle bei der Fachkräftesicherung zu. Es geht daher um die Identifizierung geeigneter Wege und Stra-tegien, die vorhandenen Kompetenzen der Beschäftigten  zu erhalten, auszubauen und sie als Ressourcen für die erforderlichen betrieblichen Innovationsprozesse zu nutzen.

Das zweijährige Modellprojekt „Aus- und Weiterbildung für die industrielle Beschäftigungssicherung in Berlin“, das von Anfang 2009 bis Ende 2010 im Auftrag der Berliner Senatsverwaltung für Integration, Arbeit und Sozi-ales und hier dem Referat Berufliche Bildung von der Wert.Arbeit GmbH Berlin durchgeführt wurde, bietet kleinen und mittleren Unternehmen der Industrie die Möglichkeit, sich in Fragen der Qualifizierung ihrer Beschäf-tigten beraten und bei der Durchführung geeigneter Maßnahmen unterstützen zu lassen. Gefördert wurde das Projekt aus Mitteln des Landes Berlin und des Europäischen Sozialfonds.


Belegschaften in Unternehmen sind nicht homogen – ebenso wenig wie die Anforderungen, die an ihre Qualifikationen gestellt werden. Unternehmen, Betriebs- und Personalräte bzw. das betriebliche Qualifizierungsmanagement stehen daher vor der Aufgabe, unterschiedlichen Qualifizierungsanforderungen ganz verschiedener Beschäftigtengruppen nachkommen zu müssen und Antworten auf folgende Fragen zu finden:

► Welche Qualifizierungsinhalte sind für die Zukunft unentbehrlich?
► Welche Qualifizierung ist für wen die richtige?
► Wie lässt sich aus einzelnen Maßnahmen ein nachhaltiges Qualifizierungskonzept entwickeln?

Ziel des Projekts „Aus- und Weiterbildung für die industrielle Beschäftigungssicherung in Berlin“ ist es, gemeinsam mit den Unternehmen diese Fragen zu beantworten und gangbare Lösungswege aufzuzeigen. Dabei übernimmt die Wert.Arbeit GmbH die Funktion des Mittler zwischen den vielfältigen, von den Unternehmen formulierten Qualifizierungsbedarfen ihrer Beschäftigten und den ebenso vielfältigen und hochwertigen Qualifi-zierungsangeboten der in Berlin tätigen Bildungsträger. D.h. das Projekt schlägt eine Brücke zwischen den Bildungsanbietern und denen, die deren Leistungen benötigen.

Für die Optimierung betrieblicher Verfahren bei der Gestaltung der Aus- und Weiterbildung bietet die Wert.Arbeit GmbH den am Projekt beteiligten Unternehmen an:

  • die Erarbeitung einer onlinebasierten unternehmensbezogenen Weiterbildungslandkarte (mit relevanten Aus- und Weiterbildungsangeboten von Berliner Bildungsträgern)
  • die Durchführung von Tagesveranstaltung für betriebliche Entscheidungsträger, z.B. zum Stellenwert der Aus- und Weiterbildung im unternehmensstrategischen Handeln
  • die Entwicklung betrieblicher Handlungskonzepte zur nachhaltigen Implementierung von Instrumenten der Personalentwicklung
  • Instrumente zur Feststellung von Qualifizierungsbedarfen (z.B. für ausgewählte Beschäftigtengruppen)
  • Instrumente zur Kompetenzfeststellung und Qualifikationspotentialanalyse
  • Die Erstellung einer Qualifikationsmatrix in Verbindung mit einer Altersstrukturanalyse
  • Zielgruppengerechte Aufbereitung der Berliner Förderinstrumentarien.

Im Rahmen des Projekts wurden insgesamt 13 kleine und mittelständische Industrieunternehmen aus den unterschiedlichsten Branchen beraten. Dazu gehörten u.a. Betriebe aus der Lebensmittelindustrie, dem Metallbau, der IT-Branche, der Autobranche und der Betriebsgastronomie.

Der von den Unternehmen formulierte Beratungsbedarf konzentrierte sich überwiegend auf die Themen

  • Förderung von un- und angelernten Beschäftigten,
  • konkrete, umfassende und aktuelle Formulierung des betrieblichen Weiterbildungsbedarf,
  • Recherche von passgenauen Bildungsangeboten und
  • Begleitung der administrativen Umsetzung der Bildungsangebote


Betriebe mit einer hohen Anzahl über 50jähriger Beschäftigter interessierten sich besonders für die Verbindung von Qualifizierung mit Analysen der Altersstruktur. Hier ergaben sich die Beratungsthemen aus dem

  • erhöhten Bedarf an Ersatzkräften für die älteren Beschäftigten,
  • Erhalt von betriebsrelevantem Wissen und Können,
  • Wissenstransfer durch eine gezielte Weitergabe von „alt nach jung“,
  • betriebsinternen Stellenwechsel für Ältere auf Arbeitsplätzen mit hohen körperlichen Anforderungen.


Systematische Bestandsaufnahme im Betrieb: Über welche Qualifikationen verfügen die Beschäftigten, welche Entwicklungswünsche haben sie, welche Ziele und Entwicklungen werden von Seiten des Unternehmens benannt?

Auf Basis der ermittelten Befragungsergebnisse wurden Stellenbeschreibungen formuliert und gezielte Weiterbildungsvorhaben in Angriff genommen. Vielfach wurden dabei „Weiterbildungslandkarten“ erstellt, d.h. Übersichten zu Weiterbildungsanbietern und Weiterbildungskursen, die sich allerdings nicht allein am fachlichen Bedarfs des Betriebs ausrichten, sondern auch zuvor vereinbarten Kriterien berücksichtigten. Dazu gehören u.a. die Nähe des Angebots zum Arbeitsort, die Art der Weiterbildung, die Möglichkeit einer öffentlichen Förderung der Weiterbildungsmaßnahme u.v.m.

Analyse der „Weiterbildungskultur“:

Hier stand die Frage im Zentrum, ob und wie alle Beschäftigten des Unternehmens von Weiterbildung profitieren oder ob – wie häufig der Fall – im wesentlichen Fach- und Führungskräfte und selten Un- und Angelernten berücksichtigt werden und welche Konsequenzen aus den ermittelten Tatbeständen zu ziehen sind.

Weiterbildungsmanagement:

Für Betriebe mit einer gültigen Bestandsaufnahme ihrer Qualifikations- und Weiterbildungsstruktur standen z.B. Fragen des Weiterbildungsmanagements und hier die Überprüfung der Wirksamkeit der betrieblichen Weiterbildung im Mittelpunkt. Hier war ein taugliches Evaluierungskonzept zu entwickeln.

Betriebsvereinbarung zur Weiterbildung zwischen Geschäftsleitung und Betriebsrat: Welche Regelungsinhalte sind sinnvoll? Was gilt es auszuhandeln?

Betriebsberatung steht im Zentrum des Modellprojektes. Um sie sachgerecht durchführen zu können, wurden in unregelmäßigen Abständen Fachdialoge mit einschlägigen Akteurinnen und Akteuren zu Themen durchgeführt, die für das Handeln der Akteure – z.B. Betriebsräte – von besonderer Wichtigkeit sind.

Im Rahmen des Projekts wurden drei Fachdialoge durchgeführt

> „Betriebsräte – zentrale Motoren der betrieblichen Weiterbildung“

> „Un- und angelernte Beschäftigte in der Betriebsgastronomie - lebenslanges Lernen ohne Perspektiven?"

> „Weiterbildung im Prozess der Arbeit mit und für Geringqualifizierte - Ein Blick über den Tellerrand"


Die im Folgenden aufgeführten Dokumentationen, Expertisen und Newsletter sind im Rahmen des Projekts „Aus- und Weiterbildung für die industrielle Beschäftigungssicherung in Berlin“ erarbeitet worden. Während das Buch im Handel bestellt werden kann, stehen die anderen Publikationen als Download auf der Website der Wert.Arbeit GmbH zur Verfügung und/oder können als Broschüre per Mail bei der Wert.Arbeit GmbH angefordert werden.

Downloads: Im Internet unter: http://wertarbeitgmbh.de/projekte.php - klick auf „Qualifizierung“ - weiter zu den Dokumenten über die Links

  • Betriebsräte - Zentrale Motoren der betrieblichen Weiterbildung: Dokumentation des von der Wert.Arbeit GmbH am 23. Juni 2010 in Berlin durchgeführten Fachdialogs
  • Un- und angelernte Beschäftigte in der Betriebsgastronomie – lebenslanges Lernen ohne Perspektiven?: Dokumentation des von der Wert.Arbeit GmbH am 23. September 2009 in Berlin durchgeführten Fach-    dialogs
  • Weiterbildung im Prozess der Arbeit mit und für Geringqualifizierte - Ein Blick über den Tellerrand: Dokumentation des von der Wert.Arbeit GmbH am 19. Mai 2009 in Berlin durchgeführten Fachdialogs
  • Newsletter „Aus- und Weiterbildung für die industrielle Beschäftigungssicherung in Berlin“: Nr. 1 - Nr. 6
  • Die von der Wert.Arbeit GmbH herausgegebenen Newsletter informieren über den jeweils aktuellen Stand der Projektarbeit sowie über aktuelle Entwicklungen im Themenbereich Aus- und Weiterbildung. Der Newsletter kann abonniert werden.

Broschüren: Bestellanschrift: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

  • Qualifizierung in der Berliner Betriebsgastronomie: Chancen für un- und angelernte Beschäftigte?: Expertisen der Wert.Arbeit GmbH zur Situation der Geringqualifizierten am Berliner Arbeitsmarkt - hier: Studie zur Beschäftigung in der Betriebsgastronomie
  • Buchveröffentlichung:

Mechthild Kopel, Claudia Dunst , Sandra Saeed (Hrsg.): Weiterbildung in Berliner Betrieben, Berlin 2011.  Das Buch entstand im Rahmen des Modellprojektes und zielt darauf, sowohl die  Projektergebnisse pointiert einer breiten (Fach-)Öffentlichkeit zugänglich zu machen, als auch den Stand der vitalen Diskussion um Qualifizierungspolitik in der Stadt aufzuzeigen.  Insofern bündelt das Buch Erfahrungs-berichte, strategische Konsequenzen sowie die politischen Einschätzungen von Akteurinnen und Akteuren aus Betrieben, Branchen, der Sozialpartner und auch der Beratung.

Die folgenden beiden Studien wurden vor Projektbeginn erarbeitet, beziehen sich thematisch jedoch eng auf das Thema des Modellprojekts. Sie sind ebenfalls zu bestellen unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

  • Geringqualifizierte im Verarbeitenden Gewerbe in Berlin – eine wichtige Expertise für die strategische Zielgruppe regionaler Arbeitsmarktpolitik: Studie zur Diskussion in der Fachöffentlichkeit, erarbeitet von der Wert.Arbeit GmbH zusammen mit    wmp consult, Hamburg (2008)
  • Geringqualifizierte in Berlin – Analyse der Mikrozensusdaten 2006: Studie, erarbeitet von BIS – Berliner Institut für Sozialforschung GmbH, hrsg. von der Wert.Arbeit    GmbH, Berlin, November 2008.

 

WERT.ARBEIT GmbH, Berlin
Gesellschaft für Arbeit, Chancengleichheit und Innovation
Albrechtstraße 11a, 10117 Berlin, Telefon +49(0) 30-280 32 08 – 6; Telefax +49(0)30-280 32 08-89

http://wertarbeitgmbh.de/projekte.php?id=8

Mechthild Kopel: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Claudia Dunst: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Dr. Sandra K. Saeed: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!