ARRIVO BERLIN - Technische Koordinierung

Die Technische Koordinierung zielte darauf, 10 von SenIAS geförderte Teilprojekte (TPs) entlang des gemeinsamen Ziels auszurichten, Austausch und Synergien zu stärken und als Teil der Dachmarke ARRIVO BERLIN sichtbar zu machen.
Die Technische Koordinierung sollte die TPs entlang gemeinsamer Qualitätsstandards weiterentwickeln und als Kette aufeinander aufbauender Angebote gestalten. Der Fokus sollte dabei auf der arbeitsmarktpolitischen Dimension liegen.

Seit Mai 2019 hat die BuS - Gesellschaft für Bildung und Soziales mbH die Technische Koordinierung der Projekte von ARRIVO BERLIN übernommen. Ein aktuelles Aufgabenprofil wird in Kürze hier veröffentlicht.


Das mit der Ausschreibung einer Technischen Koordinierung verbundene Projektziel war es, die 10 bislang weitgehend nebeneinander arbeiteten Teilprojekte zu einer gemeinsamen Dachmarke zu verbinden. Ziel war es, den gesamten Prozess der Arbeit mit den Zielgruppen in den Teilprojekten– von Teilnehmerakquise bis Ergebnissicherung – zu begleiten und auf die Dachmarke zu perspektivieren.

Es ging darum

  • gemeinsam mit der SenIAS ein Ziel für ARRIVO zu formulieren und das Commitment aller TPs für dieses gemeinsame Ziel herzustellen,
  • das Leistungsspektrum der einzelnen TPs auf das gemeinsame Ziel zu perspektivieren, mit einer klaren Definition der Zuständigkeiten der TPs und der Übergänge an den Schnittstellen,
  • einheitliche Qualitätsstandards für den Projektverbund zu entwickeln und zu überwachen,
  • Effizienz und Effektivität der Arbeit in den TPs durch bessere Abstimmung und engere Zusammenarbeit (einschließlich gemeinsamer Maßnahmen) zu verbessern,
  • die Kompetenzentwicklung des Personals zu unterstützen und
  • mit einem Branding und Öffentlichkeitsarbeit ARRIVO als Dachmarke sichtbar zu machen.


Über die Technische Koordinierung sollte das Angebot von ARRIVO zu einem effektiven System von Maßnahmen etabliert werden, die als Kette aufeinander aufbauen und deren Nutzen für Teilnehmer/innen (TN) und Unternehmen gut erkennbar wird.


Das Projekt umfasste 4 Arbeitsfelder:

1. Koordination der TPs und Schnittstellengestaltung:
a) Maßnahmen zur Verbesserung der Kommunikation / Vernetzung der TPs und Schnittstellengestaltung: Einrichtung einer gemeinsamen Projektplattform für Informationen und Materialien, Organisation des monatlichen Jour Fixe sowie eines Erasmus-Austausches in Vicenca/Italien
b) Maßnahmen zur Steigerung der Qualität des ARRIVO-Angebots: Erstellung einer gemeinsamen Teilnehmervereinbarung, Konzept für Kompetenzfeststellungsverfahren, Tools für die effizientere Nutzung von Ressourcen (Deutsch- und Mathekurse)
c) Gemeinsame Außendarstellung: Koordination und Organisation von Messebeteiligungen. Teilnahme an 8 Messen, Vorstellung des Projekts bei diversen Runden Tischen und Infoveranstaltungen, Koordination und Beantwortung einer Vielzahl von Presseanfragen

2. Qualifizierung und Fortbildung der Projektverantwortlichen:
Abstimmung der Weiterbildungsbedarfe, Vorbereitung und Nachbereitung von 6 Seminaren u.a. zu rechtlichen und methodischen Fragen. 

3. Öffentlichkeitsarbeit:
Erarbeitung einer gemeinsamen PR-Strategie und eines Corporate Designs für ARRIVO BERLIN, Beauftragung von Logos für Dachmarke und TPs, Erstellung von Flyern, Roll-ups, Fact Sheets und einer gemeinsamen Website www.arrivo-berlin.de, Verteilung der Materialien an Flüchtlingsunterkünfte, Berufsberater, OSZs, Kammern, etc.

4. Zuarbeit zum Fachcontrolling der SenIAS:
Die von der BGZ vorgeschlagenen Zuarbeiten bei Monitoring und Evaluierung und die Bewertung des Gesamtprojekts entlang der 5 Faktoren Relevanz, Effizienz, Effektivität, Wirkung und Nachhaltigkeit wurden von SenIAS nicht abgefragt. Die BGZ wurde von diesem Arbeitsschwerpunkt entbunden.


Die Technische Koordinierung hat durch Projektvorstellungen sowie in persönlichen Gesprächen mit Multiplikatoren den Bekanntheitsgrad von ARRIVO BERLIN und die Zusammenarbeit mit folgenden Netzwerken und staatlichen Institutionen erheblich ausbauen können:

  • Mehrere Vernetzungstreffen mit und Austausch beim Jour Fixe des Bridge-Netzwerks
  • Berliner Jobcenter unterschiedlicher Bezirke
  • Agenturen für Arbeit: Projektvorstellung bei einer Tagung für über 80 Mitarbeiter der Agentur für Arbeit Mitte
  • Xenion (psychosoziale Beratung Geflüchteter in Berlin)
  • Jugendberufsagentur (Reinickendorf)
  • Projektvorstellung und Austausch beim Erfahrungsaustausch der Initiative VerA
  • Projektvorstellung und Besprechung der Zusammenarbeit beim Fachaustausch der MoBiBe
  • Projektvorstellung BENN – Neue Nachbarschaften
  • Vernetzungstreffen mit Tamaja/ Tentaja (Betreiber der Not- sowie der Gemeinschaftsunterkunft am Flughafen Tempelhof sowie der Sporthalle in Hangar 1)
  • Zusammenarbeit mit der Koordination der ehrenamtlichen Flüchtlingsarbeit des Bezirksamts Mitte
  • Projektvorstellung beim Netzwerk Arbeitsmarktintegration afghanischer Geflüchteter
  • Projektvorstellungen in den meisten Berliner Flüchtlingsunterkünften
  • Vernetzungstreffen mit IOM Internationale Organisation für Migration Berlin

Vor allen Dingen konnte die Zusammenarbeit mit den Jobcentern verbessert werden. Hier fanden Projektvorstellungen in den Teams für Geflüchtete statt sowie eine ARRIVO BERLIN Messe im Jobcenter Spandau für Jobcenter-Kunden, die die Voraussetzungen für eine Teilnahme an ARRIVO BERLIN erfüllen.


Die BGZ hat eine Vielzahl von Produkten erstellt: Materialien zur Verbesserung der Corporate Identity des ARRIVO-Netzwerks -sowohl innerhalb des Verbundes als auch in der Außendarstellung - der Entwicklung einheitlicher Qualitätsstandards - sowohl im Hinblick auf die TN von ARRIVO-Maßnahmen als auch hinsichtlich der Kompetenzen der Projektträger.

Es wurden folgende Produkte erstellt, die innerhalb des Projekts zum Einsatz kamen: (https://www.bgz-berlin.de/projekte-und-produkte/ausgewaehlte-produkte.html)

  • Diverse Tools zur Verbesserung der Kommunikation im Projektverbund: gemeinsame Plattform, Asana-Kalender
  • Flyer für alle 10 Teilprojekte sowie einen gemeinsamen Dachmarkenflyer
  • Roll-ups für die TPs und die Dachmarke
  • Plakate
  • Projektwebsite www.arrivo-berlin.de (mußte zwischenzeitlich vom Netz genommen werden)
  • Konzept zur Verbesserung der Teilnehmerakquise
  • Vorlage für eine gemeinsame TN-Vereinbarung
  • Empfehlungspapier Kompetenzfeststellung
  • Infomaterial zur Verbesserung der Beratungsqualität: über Aufenthaltsstati, Berufe
  • PR-Strategie und Style Guide zur Corporate Identity
  • Fact Sheets in 10 Sprachen


Die BGZ konnte aufgrund der bereits beschriebenen Umstände nicht alle Zielvorgaben erreichen. Dennoch wurden Ergebnisse erzielt, welche den Projektverbund gestärkt in eine erfolgreiche Zukunft blicken lassen können.

Besonders das Zugehörigkeitsgefühl der TPs zur Dachmarke konnte durch die regelmäßigen Vernetzungstreffen auf Jour Fixes und Messen, aber vor allem durch den von der TK organisierten Auslandsaufenthalt in Vicenza verbessert werden. Auch die eingesetzten Tools  wie z.B. der gemeinsame Kalender haben zu einer strukturierteren Vernetzung geführt.

Durch die Entwicklung der gemeinsamen Corporate Identity und dem einheitlichen Corporate Design hinsichtlich der PR-Materialien und der Projektwebsite konnte die Dachmarke öffentlichkeitswirksam gestärkt werden.

Durch die von der TK organisierten monatlichen Fortbildungen konnten die Mitarbeitenden der TPs ihren Bedürfnissen entsprechend geschult und so die Kompetenzen gesichert bzw. verbessert werden.

Eine Erweiterung ARRIVO BERLINs ist bereits geplant, sodass ein Projekt im Bereich Garten- und  Landschaftsbau den Projektverbund erweitern soll. Den Projektverbund stetig zu vergrößern ist theoretisch möglich, allerdings muss hier besonders auf Aspekte der Öffentlichkeitsarbeit (z.B. werden PR-Materialien welche für die Dachmarke entwickelt wurden hinfällig) geachtet werden. Auch besteht die Gefahr, dass der Verbund nicht organisch wächst.

Ein Transfer in andere Regionen und Branchen ist möglich. Hierbei sollte jedoch darauf geachtet werden, dass möglichst alle TP zeitgleich beginnen und die Dachmarke von einer Technischen Koordinierung organisiert wird.


Dr. Ines Klemm
Telefon: 030 80994115
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