Die Strategie Europa 2020 und ihre Leitinitiativen im Bereich Beschäftigung, Soziales und Integration

Europa 2020 ist die Wachstumsstrategie der Europäischen Union für eine intelligente, nachhaltige und integrative Wirtschaft für Europa. Die Strategie legt fünf Ziele in den Bereichen Beschäftigung, Innovation, Bildung, soziale Eingliederung, Klimaschutz bzw. Energie fest, deren Umsetzung durch Reformen auf nationaler Ebene erfolgt:

  1. Beschäftigung: 75 % der 20- bis 64-Jährigen sollen in Arbeit stehen.
  2. FuE:  3 % des BIP der EU sollen für Forschung und Entwicklung aufgewendet werden.
  3. Klimawandel und nachhaltige Energiewirtschaft: Verringerung der Treibhausgasemissionen um 20 % (oder sogar um 30 %, sofern die Voraussetzungen hierfür gegeben sind) gegenüber 1990; Erhöhung des Anteils erneuerbarer Energien auf 20 %; Steigerung der Energieeffizienz um 20 %.
  4. Bildung: Verringerung der Quote vorzeitiger Schulabgänger auf unter 10 %; Steigerung des Anteils der 30- bis 34-Jährigen mit abgeschlossener Hochschulbildung auf mindestens 40 %.
  5. Bekämpfung von Armut und sozialer Ausgrenzung. Die Zahl der von Armut und sozialer Ausgrenzung betroffenen oder bedrohten Menschen soll um mindestens 20 Millionen gesenkt werden.

Quelle: http://ec.europa.eu/europe2020/europe-2020-in-a-nutshell/targets/index_de.htm

Zur Umsetzung dieser fünf Ziele wurden sieben Leitinitiativen aufgestellt. Im Rahmen einer jeden Initiative müssen die EU und die nationalen Verwaltungen ihre Maßnahmen so aufeinander abstimmen, dass diese sich gegenseitig verstärken:

Intelligentes Wachstum

  • Digitale Agenda für Europa
  • Innovationsunion
  • Jugend in Bewegung

Nachhaltiges Wachstum

  • Ressourcenschonendes Europa English
  • Industriepolitik im Zeitalter der Globalisierung English

Integratives Wachstum

  • Agenda für neue Kompetenzen und Beschäftigungsmöglichkeiten
  • Europäische Plattform zur Bekämpfung der Armut

Quelle: http://ec.europa.eu/europe2020/europe-2020-in-a-nutshell/flagship-initiatives/index_de.htm


Im Folgenden werden die Leitinitiativen aus dem Bereich Beschäftigung, Soziales und Integration kurz vorgestellt:

1. Jugend in Bewegung: Die Initiative zielt darauf ab, die Bildung und Beschäftigungsfähigkeit junger Menschen zu verbessern und die Beschäftigungsquote in dieser Altersgruppe zu erhöhen. Erreicht wird dies durch eine Koordinierung der Politik zur Ermittlung und Förderung von Maßnahmen auf EU-Ebene und in den Mitgliedstaaten sowie besondere Maßnahmen für junge Menschen über EURES und das Progress-Mikrofinanzierungsinstrument.

Nähere Informationen siehe: http://ec.europa.eu/social/main.jsp?catId=950&langId=de

2. Agenda für neue Kompetenzen und Beschäftigungsmöglichkeiten

In dieser Initiative werden eine Reihe von konkreten Maßnahmen vorgestellt, die Folgendes bewirken sollen:

  • Beschleunigung der Reformen zur Verbesserung der Flexibilität und Sicherheit auf dem Arbeitsmarkt („Flexicurity“);
  • bedarfsgerechte Ausstattung der Menschen mit den nötigen Kompetenzen für die Arbeitsplätze von heute und morgen;
  • Verbesserung der Qualität der Arbeitsplätze und Gewährleistung besserer Arbeitsbedingungen;
  • Verbesserung der Bedingungen für die Schaffung von Arbeitsplätzen.

Teil der Agenda ist auch die Initiative „Neue Kompetenzen für neue Beschäftigungen“, die bereits vor Entstehung der Agenda bestand und im Rahmen derer die Entwicklung von Kompetenzen als einer der vier Arbeitsbereiche der Agenda vorangetrieben wird.Nähere Informationen siehe: http://ec.europa.eu/social/main.jsp?langId=de&catId=95

3. Europäische Plattform zur Bekämpfung der Armut
Ziel der Plattform ist die Unterstützung der Mitgliedstaaten bei der Erreichung der Ziele der Strategie Europa 2020 im Bereich Armut und Soziale Ausgrenzung. 

Die Plattform verfolgt folgende Ziele:

  • Durchführung von Maßnahmen in allen Politikbereichen wie Arbeitsmarkt, Mindesteinkommen, Gesundheitsversorgung, Bildung, Wohnraum und Eröffnung von Basiskonten.
  • Bessere Nutzung der EU-Fonds zur Förderung der sozialen Inklusion. Die Kommission hat vorgeschlagen, 20 % der Mittel aus dem Europäischen Sozialfonds für die Bekämpfung der Armut und sozialen Ausgrenzung vorzusehen.
  • Verbesserung der Faktenlage, um die Wirksamkeit sozialer Innovationen vor der allgemeinen Umsetzung zu prüfen.
  • Verstärkung der Partnerschaft mit der Zivilgesellschaft, um die Umsetzung von Sozialreformen wirksamer zu unterstützen. Die Teilhabe von Menschen, die unter Armut leiden, ist für die Umsetzung der Eingliederungspolitik von zentraler Bedeutung.
  • Bessere politische Abstimmung unter den EU-Ländern durch die offene Koordinierungsmethode für Sozialschutz und soziale Eingliederung (OKM Soziales) und den Ausschuss für Sozialschutz.

Umgesetzt werden diese Ziele die Überwachung der Wirtschafts- und Strukturreformen der EU-Länder im Rahmen des Europäischen Semesters und das Aussprechen entsprechender Empfehlungen. Außerdem werden verschiedene Maßnahmen auf europäischer Ebene durchgeführt (z.B. ) und es findet ein jährlicher Kongress statt, der politischen Entscheidungsträgern, Interessengruppen und Menschen, die Armut erlebt haben, Gelegenheit zum Meinungsaustausch.

Quelle: http://ec.europa.eu/social/main.jsp?catId=961&langId=de

Bildnachweis: www.bundestag.de

Weiterlesen: Broschüre "The EU explained. Europe 2020: Europe's growth strategy"

Mitteilung der Kommission zur Strategie Europa 2020

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