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Reziprozität, Wettbewerb und Vertrauen - Anmerkungen zur Methode Entwicklungspartnerschaft Drucken E-Mail
Strukturen
Der Grad der Verallgemeinerbarkeit und die Möglichkeit des Transfers innovativer Ergebnisse bestimmen die Qualität von Modellprojekten und Projektverbünden.
Aber auch schon die Entwicklung innovativer Produkte selbst geschieht im interaktiven Prozeß des Austauschs (von Information, von Know-how usw.). Die hier gewonnenen Ergebnisse können dann als Feedback systemimmanente Lernprozesse befördern. Dabei ist die Veränderungsdynamik abhängig von der Qualität des Inputs, vom Funktionieren der Steuerungsmechanismen und sie ist abhängig von der Frage, wie gut es gelingt, das wechselseitige kommunikative Lernen in Gang zu bringen.

Entwicklungspartnerschaften sind soziale Organisationsformen, die strukturell gekennzeichnet sind durch:
  1. ihre heterarchische Struktur
  1. das Prinzip des reziproken Austausch (sie geben etwas und können nicht sicher sein, was sie zurückbekommen werden)
Als ein auf partnerschaftliche Zusammenarbeit statt auf hierarchischen Ordnungsprinzipien beruhendes, nichtlineares und auf Redundanz basierendes Modell sind sie sehr gut in der Lage, mit unvorhergesehenen Störungen, Konflikten oder Ausfällen umzugehen. Projektverbünde sind beweglich und reagieren schnell auf unterschiedliche Anforderungen.
Die Zusammenarbeit der Projektpartner ist durch die Begriffe Wettbewerb, Kooperation und Koordination bestimmt. Jeder Partner und auch das Netzwerk als solches ist bestrebt, die verfügbaren Ressourcen und Handlungsmöglichkeiten zu erweitern (expansion of capabilities) und im marktwirtschaftlichen Wettbewerb zum jeweiligen Vorteil einzusetzen. Die Definition und das Verfolgen gemeinsamer Ziele und die gemeinsame operativ-partnerschaftliche Ausrichtung (co-operation for competitiveness) sorgt dafür, daß Entwicklungspartnerschaften eine größere Bandbreite von Angeboten und eine größere Reichweite bedienen. Dadurch wird die Wettbewerbsposition gestärkt, Einfluß gewonnen (vor allem durch den Aufbau strategischer Allianzen) und Synergieeffekte erzielt

Als besondere Einflußgrößen, die über das Gelingen und den Erfolg von Partnerschaften entscheiden, möchten wir abschließend die Aspekte Loyalität, Zuverlässigkeitund Vertrauen erwähnen. Während vorwiegend über den marktwirtschaftlichen Wettbewerb miteinander in Verbindung stehende Arrangements über den Preis geregelt sind und in Formen bürokratischer Organisation die Legitimation über standardisierte Verfahren bzw. über Autoritäten erfolgt, ist Vertrauen in kooperativen Settings der wesentliche Kontrollmechanismus. Gemeinsame Ziele über einen begrenzten Zeitraum zu verfolgen ist bei einer kommunikativen Steuerung jenseits formaler Strukturen und Autoritäten nur möglich, wenn opportunistische Motive erfolgreich in den Hintergrund gedrängt werden.


 
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